Lesehalle

Lesehalle, eingezäunt

Letzter Tag im Urlaub, letzter Gang zur „Dünen-Promenade“, mit der ich meinen Frieden gemacht habe, gibt es doch hier schicke Bänke, wo man auf die nächtliche See, auf und in den Himmel schauen kann. Alles zu hell, zuviel – aber gut, immerhin sitzen. Das selbstleuchtende digitale Endgerät bräuchte kein zusätzliches Licht.

Ganz anders der Leser in einer fiktiven, verflossenen Lesehalle! Am Abend fände er sich ein, hätte gegessen und getrunken, ungestillt aber der Hunger nach Informationen, aktuell und historisch, echt und fiktiv. Er streifte durch die Regale, hätte die Wahl: Das ‚Gute Buch‘, die aktuelle Zeitung, von hier, von woanders, etwa aus dem Ausland.

Stattdessen: Ein Zaun! Alles zu. Leer die Leesehalle. Wo sind die „Nutzungskonzepte“? Wo der Investor? Für Wärme ist gesorgt, auch für’s Sanitäre – „erstklassig“ die Lage!

Drei halbe Millionen, das kann doch kein Problem sein! Die Leute lesen machen, einfach so, ohne Konsumzwang, im Ruhe. Handies wären abzugeben, am Eingang, in einem Körbchen wie die Waffen der Piraten in der Pinte von Grevesmühlen. Einfach lesen. Die Synapsen schulen, altbewährt, ohne Multitasking.

Rund um die Uhr offen! Wer so früh zu Abend isst wie hier wird doch wohl auch mal zu nächtlicher Stunde wach! Oder will des Morgens aus dem Bett – in die Lesehalle! Kaffee könnte gereicht werden, zur Lektüre. Oder Tee. Danach wohlinformiert zurück, an den Ferienhaus-Frühstückstisch! „Was meint Ihr, was ich las!“

Und das Handy – vergessen. In der Lesehalle.

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