Auf den Hinweis „Die Weidel-Rede im Bundestag war echt super“ diese im Transskript gelesen, festgestellt dass es wie erwartet die üblich-üble Sosse war, nur für Social Media-Schnipsel konzipiert, stolz auf unsere Institutionen gewesen (Die Protokollanten, klasse, auch die Zwischenrufe exakt notiert!) und nun gestärkt und vorbereitet für das Gespräch mit dem, der mir das gesagt hat!
Müsste man ein symbolhaftes Event erfinden, das den Zustand der Landeshauptstadt Stuttgart zeigt, man könnte sich einen Aufputschbrause-Hersteller ausdenken, der beim Burgerbrater schon seit Jahren nervt mit halsbrecherischen Videos, und der schließlich -endlich!- in dieser Stadt seine Show abzieht, bejubelt von Tausenden Schaulustigen und zudem noch von der Fraktion der Regierungspartei.
Post Instagram cdufraktion0711
Aber alles ist real, es wurden Strassen gesperrt, Umleitungen eingerichtet, und vor allem wird auf social media und in den Presse-Resten dieser Stadt höchstbegeistert Hofberichterstattung gemacht – mit wilden Videos, bei deren Betrachtung es einem schon übel wird.
bergab
Ist man bisher schon auf der Bergseite des Marienplatzes vor Halbwüchsigen nicht sicher, die die Treppen runterkacheln, so wird künftig jedes Stäffele zur Staffage: Bergab im Affenzahn, zu Fuß war gestern, den Abstieg nehmen wir geschwind. Gut nur dass…
Post CDU Stuttgart
… „Keine Kosten für die Stadt“, aber – was hat die Stadt davon?
Sie wird zur Kulisse für einen „Sport“, der bei der Nutzung der wirklichen Besonderheit ‚Zacke‘, der hiesigen Zahnradbahn, eh schon nervt: Dreckverschmierte Kids, teilweise sogar mit ihren juvenilen Vätern, nie mit Müttern (weil Frauen einfach klüger sind), die dann alle auf den Stufen sitzend einfach nur im Weg sind.
Was nervt, wird verstärkt, Stuttgart wird zur Kulisse, zum topografischen Highlight, eben weil es dort so schön bergab geht. Bestimmt finden sich noch andere Sponsoren des Abstiegs, etwa aus dem Bereich des Zugverkehrs oder des Automobilbaus.
Warum nicht mal mit Elektro-Porsches die Neue Weinsteige hinunter – in China will die eh keiner mehr kaufen – quasi als energieeffiziente Seifenkiste, die sich dann am Charlottenplatz im Tunnel in ihre Eintelteile zerlegt. Vom Effekt gebe das sicher mehr her als so ein Hazardeur auf dem Fahrrad, und sicher fände sich als Sponsor auch jemand aus dem Autoverwerter-Umfeld.
Vom ‚Cerro Abajo‘ lernen heißt also doch siegen lernen, vor allem in Stuttgart! Es kann nicht immer nur bergauf gehen.
Fährt man Stuttgarter Hauptbahnhof ab (besser) oder kommt man dort an (naja) entsteht gleich der Eindruck, dass Pflanzen hier hochgeschätzt sind.
Stuttgart (oben) – an sich schon ein Wert
Man scheint sich hier seit einiger Zeit vom Umweltfeind Automobil abzugkehten und sich mit Verve dem Umweltfreund Zugverkehr zu widmen. Das zeigt allein schon die Gründlichkeit, mit welcher man hier das Bahnhofsprojekt „Stuttgart 21“ vorantreibt. Ach was, mit ‚Germany Speed‘ schiebt und zieht man an allen möglichen Stellen. Nur scheint keiner genau zu wissen, oder zu suchen, wo diese Stellen genau sind. (Nicht dass man noch die eine oder die andere Stelle fände, wo es hängt!)
Aber zurück zum Thema, „grün“ ist hier die vorherrschende Farbe. Und das ganz ohne Zutun des Menschen! Offenbar gibt man hier viel auf diese chaotische Kraft der Natur, die im Sinne einer entgegengerichteten Wellenbewegung das Chaos der Bahnhofsplanung neutralisieren könnte und so schließlich für Ruhe sorgt: An den Nerven der Reisenden, für allerlei Insekten und andere Nützlinge, und sicherlich such im Gewissen der Umweltschützer: Hier waren sicher keine Biozide im Einsatz.
Prellbock, Kabel, Schrott – Stuttgart, 2026
Da der zu nehmende Zug mit 25 Minuten abfährt (voll im Rahmen!) bleibt Zeit für Einzelbetrachtungen. Dieser Prellbock könnte jener sein, der vor vielen Jahren als „Baustart“ nach vorn verlegt wurde, um Platz zu schaffen für das hier:
Sichtfenster „Stuttgart 21“
… die eigentlich fertige unterirdische Bahnstation, das Architektur-Juwel und Meisterwerk der Ingenieurskunst (Ingenhoven! Sobek! Frei Otto! Da Vinci! …äh nee der nicht), welches leider nicht in Betrieb gehen kann, weil die Digitaltechnik irgendwo hakt. Siehe oben.
Vielleicht ist der Prellbock auch einfach nur vergessen worden. Oder immer noch da damit Gegenstände im Umfeld abgelegt werden können, die man vielleicht noch mal brauchen kann, Kabel, verbogene Gitter, sowas.
Pflanzenvielfalt, Stuttgart, 2026
Ob sich die Zeit bis zur Eröffnung der neuen Bahnstation mit dem Wachstum der Pflanzen, „Schienenbegleitgrün“ mag ein Wort sein, ausgeht, bleibt abzuwarten. Man hört dass es 2031 dann aber wirklich losgehen soll, unten.
Bis dahin ist oben vielleicht eine dschungelartige Welt entstanden, die das Warten auf Züge eher dem Besuch eines botanischen Gartens oder gar eines südasiatischen Landes gleichen lassen wird. Sumatra 21 oder sowas.
Die Menschen werden es lieben. Niemand will mehr weg. Die Bahnsteige werden beliebter sein als die lokale Einkaufsstrasse „Königstrasse“ oder Kultur-Highlights wie das Mercedes-Museum. Gewalt, Drogenkonsum und gefühlte Angst wird der Vergangenheit angehören. Aufenthaltsqualität wird endlich realisiert sein. Kleine Schmalspurbahnen werden unbedingt reisen Wollende fortschaffen und Snacks herbeibringen. Hier wird gut sein.
Wer hat nochmal in der US-amerikanischen Verwaltung die silberne Kettensäge geschwungen?
Wessen IT-Jungvolk hat dort einen Haufen Daten mitgehen lassen?
Und wer zofft sich grad noch mal um die Macht bei OpenAI, der Mutterfirma von ChatGPT?
Musk wieder. Und Sam Altman.
Und was soll nochmal der Börsengang bringen von OpenAI?
Achso. Komisch, dass die streiten. Kann man garnicht nachvollziehen.
Sicher geht bei diesem KI-Boom nicht um Einrichtungs- und Ausflugstips, oder um Ordnung für die Email-Flut, sondern um Personalabbau und Geldmacherei im großen Stil. Die Investitionen im Vorfeld der KI-Welt, etwa für Elektronik, sind enorm. Das muß sich auszahlen.
Und die Leute, die man dann nicht mehr braucht? Die können dann ja wirklich Sofatierchen werden. Endlich befreit von Arbeit und Sorge. Geheizt von der Abwärme der KI-Rechenzentren. Genährt und getränkt von Food’n Drink Drohnen. Und für den Kopf gibt es KI-Inhalte, bedarfsgerecht, unterhaltsam, sedativ.
Wenn man, wie oft, zum leckeren Hotelfrühstück so spät ist, dass es grad zur Aufnahme der Kalorien und zur Zufuhr von Koffein, aber nicht zum -mindestens ebenso notwendigen- Genuss reicht, man dann hoffend die Bahn-App immer wieder öffnet und herunterswipend hofft, dass durch eine Verspätung, wie schon oft, doch noch etwas Genusszeit geschenkt werde, und es nicht so ist, und man dann, am Bahnhof, nach Bugsieren des Gepäcks über Schotterflächen, Leitlinien für Menschen mit Behinderungen, Bordsteine, und vor allem anscheinend über unsichtbare Hindernisse, die den Rollkoffer, dessen Schwerpunkt durch Aufsetzen des Rucksacks und Anhängen von Kissen und Stofftasche sich deutlich nach oben verlagert hat, eben doch strauchelt, wenn man also dann also in die Bahnhofshalle kommt und sieht: 9 Minuten Verspätung, und denkt, erschöpft, sich als Opfer einer universellen Verschwörung fühlend, oder mindestens der Umstände, wenn man also dann denkt: Sch… Bahn! dann ist das Täter-Opfer-Umkehr für Anfänger.
„Stell Dich nicht so an!“ scheint die Tafel zu rufen.
Und, dann ist auch schon wieder guuut:
vegan coffee aus Porzellan und echter Löffel, wo gibt’s sowas sonst?!
Hollywood ist ja DIE Geschichtenmaschine, und die USA sind eine tolle Story, nicht immer gut in Strategie, aber der Glaube an Geschichten versetzt bekanntlich Berge und könnte auch dafür sorgen dass JD Trump bald nicht mehr Präsident ist. Und dass das alles – eine Geschichte ist.
Truth Social, 13.4.2026 – später gelöscht
War viel los in den letzten Tagen, mal wieder. Nicht unspannend, immer auf der Welle des nächsten Dopamin-Kicks kam man ganz gut durch die Zeit. Not.
Alles total irre, wild, unseriös. Oder hier:
Truth Social, 13.4.2026 – nicht gelöscht
Während es in Islamabad um Leben und Tod geht, ging er zum ‚cage fight‘. „Blood, Sweat and Tears“, aber nur zugucken.
Oder hier, Streß mit Papa:
Truth Social 13.4.2026 – gelöscht? Ach, egal.
Währenddessen, total seriös (bis auf die Gestalten bei ihm aber die müssen halt mit), der konvertierte Katholik:
abc news online 14.4.2026
Das könnte doch eine Story sein! JD musste es tun! DJ war durchgedreht! Haben ja alle gesehen! Er wollte natürlich nicht, genausowenig wie er den Iran-Krieg nicht wollte – oder wie es seine Rolle in diesem traurigen Stück vorgab… Aber nun muss er eben.
Noch 2 Monate, maximal. Dann ist auch eine Rest-Chance bei den Kongresswahlen für die Republikaner. Nur dann.
Vielleicht war es auch von Anfang an… ach egal. Hauptsache das Ende stimmt. „Und wenn sie nicht gestorben sind, dann regieren sie noch heute.“
Wenn es schon das Elektrofahrzeug etwas älterer Bauart sein soll (o,25%! Dienstwagenprivilegmaximierung!) dann soll es wenigstens das ‚facelift‘, oder hier ‚a.. lift‘ sein.
Pfeilschnell stromert der Auto Union Wagen durch die Stadt, eine vierfach rote Ringspur nachbrennerhaft hinterlassend. Nachhaltig, neugierig machend („Oh welch cooler Pilot sitzt da wohl drin?!“), neurologisch triggernd (hat ja bei beob8 auch funktioniert!).
Die Chinesischen Autodesigner werden das nicht kopieren haben es eh schon lange kapiert, und können es eh besser.
Hier zum Beispiel ein Autoheck was den Autor an seinem A4 aus 1996 denken machte, elegant, dezent, schlicht. Mal schauen wie es um den Import steht.
(OK vielleicht ein bisschen groß das 5,20 Meter Schiff. Bestimmt gibt es ein Modell für arme Europäer.)
„Mobiles Arbeiten“? An dem Tisch? Mit dem Stuhl? Ohne externen Bildschirm?
Wenn man doch wenigstens chillige Sofalieger:innen innen zeigen würde, dann wäre die Werbung ehrlich. Nein, hehre Ziele werden vermittelt, wie etwa fleißiges Tippen am Laptop, daheim, oder
Alles durchgestylt, vom Air Fryer über die schicke Trinkflasche zum ‚happy family‘ setup. Nur der Kuchen ist etwas mickrig geraten.
Kuchenbacken mit dem Kinde. Man bekommt ja ein schlechtes Gewissen! Wie soll ich das alles schaffen, dann muss ich ja auch noch einkaufen!
Die Lösung: Flink. Gepriesen sei der Erfinder dieser Dienstleistung, auf die nun wirklich keiner gewartet hat, außer bei Corona. Geld verdienen diese Firmen auch noch keins, dazu sind die Liefeenschen, oft aus schweren Verhältnissen, ausgebeutet, werden von der Software rumgeschickt.
Alles Lüge. In Wirklichkeit geht es um die Erziehung der Menschen zu Sofatierchen, das Fernhalten von echten menschlichen Kontakten, und … um’s Geldverdienen.
Denn nur als Sofatierchen stiftet der Konsument den maximalen Mehrwert: Er hat viel Zeit für ’social media‘, sieht viel Werbung, shoppt viel online. Hunger, Durst, Unterhaltung und andere Bedürfnisse werden auch über den Bildschirm gestillt. Weiter so, dann wird’s wie bei WALL-E. Nur ohne Raumschiff.
Soon-Yi Previn ist ja die Heldin, eine Heldin, in dieser fürchterlichen Geschichte. Aus der NYT:
„Not all of Mr. Epstein’s presents were warmly received. In 2016, Soon-Yi Previn, the wife of Mr. Allen, thanked Mr. Epstein for “the sweatshirts,” but asked that next time they not be monogrammed: “so when I regift it no one will suspect.” Mr. Epstein advised that she could always regift them to someone with the same initials.“
Man sieht: Die ganz Upper West Side Höflichkeit (Für Geschenke bedanken! Schriftlich!) bringt einen nur in Schwierigkeiten. Schon krass, wieviele ihm auf den Leim gegangen sind.
Achja, Vermögensverwalter war er auch, oder hat es versucht, hier spannend nachzulesen:
Selbst sei der Mensch! Sachen selber kaufen. Vermögen, so vorhanden, selber verwalten. Steuern zahlen. Bescheiden sein. Es muss nicht immer Prada sein. Hermès tut’s auch.