exit Madman, enter Sadman

Hollywood ist ja DIE Geschichtenmaschine, und die USA sind eine tolle Story, nicht immer gut in Strategie, aber der Glaube an Geschichten versetzt bekanntlich Berge und könnte auch dafür sorgen dass JD Trump bald nicht mehr Präsident ist. Und dass das alles – eine Geschichte ist.

Truth Social, 13.4.2026 – später gelöscht

War viel los in den letzten Tagen, mal wieder. Nicht unspannend, immer auf der Welle des nächsten Dopamin-Kicks kam man ganz gut durch die Zeit. Not.

Alles total irre, wild, unseriös. Oder hier:

Truth Social, 13.4.2026 – nicht gelöscht

Während es in Islamabad um Leben und Tod geht, ging er zum ‚cage fight‘. „Blood, Sweat and Tears“, aber nur zugucken.

Oder hier, Streß mit Papa:

Truth Social 13.4.2026 – gelöscht? Ach, egal.

Währenddessen, total seriös (bis auf die Gestalten bei ihm aber die müssen halt mit), der konvertierte Katholik:

abc news online 14.4.2026

Das könnte doch eine Story sein! JD musste es tun! DJ war durchgedreht! Haben ja alle gesehen! Er wollte natürlich nicht, genausowenig wie er den Iran-Krieg nicht wollte – oder wie es seine Rolle in diesem traurigen Stück vorgab… Aber nun muss er eben.

Noch 2 Monate, maximal. Dann ist auch eine Rest-Chance bei den Kongresswahlen für die Republikaner. Nur dann.

Vielleicht war es auch von Anfang an… ach egal. Hauptsache das Ende stimmt. „Und wenn sie nicht gestorben sind, dann regieren sie noch heute.“

Kampfjet-Karre

Wenn es schon das Elektrofahrzeug etwas älterer Bauart sein soll (o,25%! Dienstwagenprivilegmaximierung!) dann soll es wenigstens das ‚facelift‘, oder hier ‚a.. lift‘ sein.

Pfeilschnell stromert der Auto Union Wagen durch die Stadt, eine vierfach rote Ringspur nachbrennerhaft hinterlassend. Nachhaltig, neugierig machend („Oh welch cooler Pilot sitzt da wohl drin?!“), neurologisch triggernd (hat ja bei beob8 auch funktioniert!).

Die Chinesischen Autodesigner werden das nicht kopieren haben es eh schon lange kapiert, und können es eh besser.

Hier zum Beispiel ein Autoheck was den Autor an seinem A4 aus 1996 denken machte, elegant, dezent, schlicht. Mal schauen wie es um den Import steht.

(OK vielleicht ein bisschen groß das 5,20 Meter Schiff. Bestimmt gibt es ein Modell für arme Europäer.)

Sofatierchen

„Mobiles Arbeiten“? An dem Tisch? Mit dem Stuhl? Ohne externen Bildschirm?

Wenn man doch wenigstens chillige Sofalieger:innen innen zeigen würde, dann wäre die Werbung ehrlich. Nein, hehre Ziele werden vermittelt, wie etwa fleißiges Tippen am Laptop, daheim, oder

Alles durchgestylt, vom Air Fryer über die schicke Trinkflasche zum ‚happy family‘ setup. Nur der Kuchen ist etwas mickrig geraten.

Kuchenbacken mit dem Kinde. Man bekommt ja ein schlechtes Gewissen! Wie soll ich das alles schaffen, dann muss ich ja auch noch einkaufen!

Die Lösung: Flink. Gepriesen sei der Erfinder dieser Dienstleistung, auf die nun wirklich keiner gewartet hat, außer bei Corona. Geld verdienen diese Firmen auch noch keins, dazu sind die Liefeenschen, oft aus schweren Verhältnissen, ausgebeutet, werden von der Software rumgeschickt.

Alles Lüge. In Wirklichkeit geht es um die Erziehung der Menschen zu Sofatierchen, das Fernhalten von echten menschlichen Kontakten, und … um’s Geldverdienen.

Denn nur als Sofatierchen stiftet der Konsument den maximalen Mehrwert: Er hat viel Zeit für ’social media‘, sieht viel Werbung, shoppt viel online. Hunger, Durst, Unterhaltung und andere Bedürfnisse werden auch über den Bildschirm gestillt. Weiter so, dann wird’s wie bei WALL-E. Nur ohne Raumschiff.

Monogam? Monogramm!

Kopf ab. War mir irgendwie lieber.

Soon-Yi Previn ist ja die Heldin, eine Heldin, in dieser fürchterlichen Geschichte. Aus der NYT:

„Not all of Mr. Epstein’s presents were warmly received. In 2016, Soon-Yi Previn, the wife of Mr. Allen, thanked Mr. Epstein for “the sweatshirts,” but asked that next time they not be monogrammed: “so when I regift it no one will suspect.” Mr. Epstein advised that she could always regift them to someone with the same initials.“

Man sieht: Die ganz Upper West Side Höflichkeit (Für Geschenke bedanken! Schriftlich!) bringt einen nur in Schwierigkeiten. Schon krass, wieviele ihm auf den Leim gegangen sind.

Achja, Vermögensverwalter war er auch, oder hat es versucht, hier spannend nachzulesen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Jeffrey_Epstein

Selbst sei der Mensch! Sachen selber kaufen. Vermögen, so vorhanden, selber verwalten. Steuern zahlen. Bescheiden sein. Es muss nicht immer Prada sein. Hermès tut’s auch.

Moving Image? Media Innovation?

Eine neuerliche Recherche, nachdem sich der erste Ärger gelegt hat: Die ‚Film Commission Region Stuttgart‘ beschreibt das Werden dieser Entscheidung als Ergebnis des „großen Engagements vieler Beteiligter“, es entstehe ein „offener Ort für Austausch, Qualifizierung und Sichtbarkeit“ und es sei gar ein „Baustein für ein mögliches Stuttgart Media Innovation Center (SMIC)“.

https://film.region-stuttgart.de/aktuelles/news/ein-starkes-signal-fuer-den-film-und-medienstandort-region-stuttgart/

Ja was denn nun? Bewegte Bilder? Medieninnovation? Eigentlich ist das egal, denn der Preis ist zu hoch und die Kassen sind zu leer. Die Konsequenzen haben andere zu tragen, Menschen mit Behinderungen, Arme, Alte, Schüler.

Kommt alles anders? Fast mag man es zu hoffen. Im Moment fehlt die Kraft dazu.

Kraftvoll fordern diese:

Dann fordert mal schön. Interessant: Betriebskosten wurden bereits gesenkt, für ein Gebäude, das in 3 Jahren fertig wird. Das ist wie bei Uli Keuler „Zeit und Raum – aber des check i au no!“

Man möchte sich die nächsten 3 (oder 4, oder 5 Jahre) einfach ins Gefrierfach zurückziehen.

„Eine Stadt muss auch solche Projekte machen, eine Landeshauptstadt erst recht“

…sagt jedenfalls Kulturbürgermeister Fabian Mayer (CDU). Andere sagen „Erst die Pflicht, dann die Kür“, etwa der Bund der Steuerzahler. Oder selbst die AfD hat hier mal Recht (sic!): „Stuttgart ist kein kleines Hollywood. Wir sollten uns um die wahren Probleme kümmern…“.

Nur die CDU und die Grünen sind einträchtig dafür. Das ist schon erstaunlich! Wobei – es gibt Stimmen, die die Grünen als die Schwarzen von morgen sehen. Der großartige Rainald Grebe schrieb es in sein Lied „Prenzlauer Berg“, „Schwarz-Grün wird die Republik, hier ist sie es schon!“. Das war 2011.

CDU und Grüne haben 28 von 60 Stimmen im Stuttgarter Gemeinderat. Ist da eigentlich Fraktionszwang?

Ein Prüfstein für die Vernunft diese Abstimmung. Passen Vernunft und Politik zusammen?

Bald ‚SMIC‘ für alle oder Filmhaus im Kaufhaus?

Wenn das so weitergeht werden hier noch mehr den Mindestlohn (französisch ’smic‘) erhalten, denn dann ist einfach die Kohle alle. Aber worum geht es? In Stuttgart soll ein ‚Haus für Film und Medien‘ gebaut werden, das Projekt läuft schon lange, es gab mal ein Kommunales Kino, ein Filmhaus, das musste weg, dann sollte die „Kulturmeile“ verlängert werden und nun ging es vor einiger Zeit los!

Ein anderes Kaufhaus hatte beschlossen, das gleichnamige Parkhaus in einen ‚Mobility Hub‘ zu verwandeln. Sprich: Abreißen, neu bauen. Flächen für irgendwas anderes ausser Autos gibt es dort dann wohl auch, jedenfalls werden die auch schon beworben. Und daneben: Endlich Platz für dieses ‚SMIC“, das ‚Stuttgart Moving Image Center‘. Ein großes Loch wurde gegraben, und ein schickes Schild aufgestellt.

Bauschild SMIC

Nun gibt es aber ein Problem: Die Stadt, in der dieses SMIC gebaut werden soll, hat leider ganz überaschend kein Geld mehr. Die Gewerbesteuereinnahmen – weggebrochen! Der Handel – setzt zuwenig um! Das Weihnachstgeschäft – mäßig. Weil das alles offenbar nicht zu erwarten war muss nun alles schnell gehen: Der Oberbürgermeister gibt ein Interview, in dem er sagt, dass er das SMIC eigentlich nicht mehr bauen will, aber muß. Der Finanzbürgermeister dito, er sagt es gibt kein Geld mehr dafür, aber das hätte er schon vor zwei Jahren gesagt. Der Gemeinderat? Da wird es spannend! Die „Grünen“ Fraktion gibt eine Presseerklärung raus:

Mit ziemlich drastischem Ende: „Deshalb stehen wir GRÜNE weiterhin klar hinter dem SMIC und setzen uns entschieden für die Realisierung dieses beispielgebenden Projekts ein. Das SMIC ist nicht „aus der Zeit gefallen“ – im Gegenteil: Es ist wichtiger denn je, wenn diese Stadt eine Zukunft haben soll.“

Der OB meint das auch, oder zumindest ähnlich:

https://www.stuttgart.de/service/aktuelle-meldungen/2026/januar/ob-nopper-zum-haus-fuer-film-und-medien-wir-sollten-den-fahrenden-zug-nicht-mehr-stoppen

Allerdings mit interessanten Einsichten: „Gegen einen Baubeschluss spricht auch die Kreditobergrenze, die uns mit hoher Wahrscheinlichkeit das Regierungspräsidium bei der Genehmigung des Doppelhaushalts ins Stammbuch schreiben wird. Diese Kreditobergrenze kann dazu führen, dass nach einem Baubeschluss für das Haus für Film‐ und Medien im Finanzplanungszeitraum andere Investitionsprojekte nicht mehr umgesetzt werden können.“

Sei’s drum, der „Zug ist nicht zu stoppen“. (Hä? Welcher Zug? Gerät hier etwas durcheinander, mit Stuttgart21 oder so? Ist das allen handelnden und Presseerklärung gebenden Leuten bewußt?)

Fest steht, das Projekt wurde von 80 Millionen (2020) auf 115 Millionen teurer, und wird im Jahr knapp 10 Millionen Defizit erzeugen. Naja, vielleicht auch nur 5 Mio, weil „OB Nopper wird dem Gemeinderat empfehlen, einen Baubeschluss zu fassen, mit der Auflage, dass bei den Baukosten alle Einsparmöglichkeiten genutzt werden müssen und dass die prognostizierten Betriebskosten deutlich zu senken sind.“ Das wird bestimmt super klappen!

Übermorgen ist die Abstimmung im Gemeinderat. Mal sehen wie das ausgeht. Achja, die Stadt ist im Besitz eines anderen ziemlich großen Gebäudes, das leer steht. Hat auch nur gut 50 Millionen gekostet. Und das Parkhaus ist auch schon fertig:

Das Loch, ja das Loch… in der Königsstrasse war es der Stadt auch egal, das Benko-Loch. Hier könnte… vielleicht ein Schwimmbad entstehen. Als Ausgleich für eines der Bäder, die bald schließen müssen.

Man kann nicht sagen, dass es in dieser Stadt nicht spannend sei. Achja, bald sind auch Landtagswahlen.

Im Hintergrund übrigens die nächste Baustelle. Wie geschrieben, es bleibt spannend.