…sagt jedenfalls Kulturbürgermeister Fabian Mayer (CDU). Andere sagen „Erst die Pflicht, dann die Kür“, etwa der Bund der Steuerzahler. Oder selbst die AfD hat hier mal Recht (sic!): „Stuttgart ist kein kleines Hollywood. Wir sollten uns um die wahren Probleme kümmern…“.
Nur die CDU und die Grünen sind einträchtig dafür. Das ist schon erstaunlich! Wobei – es gibt Stimmen, die die Grünen als die Schwarzen von morgen sehen. Der großartige Rainald Grebe schrieb es in sein Lied „Prenzlauer Berg“, „Schwarz-Grün wird die Republik, hier ist sie es schon!“. Das war 2011.
CDU und Grüne haben 28 von 60 Stimmen im Stuttgarter Gemeinderat. Ist da eigentlich Fraktionszwang?
Ein Prüfstein für die Vernunft diese Abstimmung. Passen Vernunft und Politik zusammen?
Wenn das so weitergeht werden hier noch mehr den Mindestlohn (französisch ’smic‘) erhalten, denn dann ist einfach die Kohle alle. Aber worum geht es? In Stuttgart soll ein ‚Haus für Film und Medien‘ gebaut werden, das Projekt läuft schon lange, es gab mal ein Kommunales Kino, ein Filmhaus, das musste weg, dann sollte die „Kulturmeile“ verlängert werden und nun ging es vor einiger Zeit los!
Ein anderes Kaufhaus hatte beschlossen, das gleichnamige Parkhaus in einen ‚Mobility Hub‘ zu verwandeln. Sprich: Abreißen, neu bauen. Flächen für irgendwas anderes ausser Autos gibt es dort dann wohl auch, jedenfalls werden die auch schon beworben. Und daneben: Endlich Platz für dieses ‚SMIC“, das ‚Stuttgart Moving Image Center‘. Ein großes Loch wurde gegraben, und ein schickes Schild aufgestellt.
Nun gibt es aber ein Problem: Die Stadt, in der dieses SMIC gebaut werden soll, hat leider ganz überaschend kein Geld mehr. Die Gewerbesteuereinnahmen – weggebrochen! Der Handel – setzt zuwenig um! Das Weihnachstgeschäft – mäßig. Weil das alles offenbar nicht zu erwarten war muss nun alles schnell gehen: Der Oberbürgermeister gibt ein Interview, in dem er sagt, dass er das SMIC eigentlich nicht mehr bauen will, aber muß. Der Finanzbürgermeister dito, er sagt es gibt kein Geld mehr dafür, aber das hätte er schon vor zwei Jahren gesagt. Der Gemeinderat? Da wird es spannend! Die „Grünen“ Fraktion gibt eine Presseerklärung raus:
Mit ziemlich drastischem Ende: „Deshalb stehen wir GRÜNE weiterhin klar hinter dem SMIC und setzen uns entschieden für die Realisierung dieses beispielgebenden Projekts ein. Das SMIC ist nicht „aus der Zeit gefallen“ – im Gegenteil: Es ist wichtiger denn je, wenn diese Stadt eine Zukunft haben soll.“
Allerdings mit interessanten Einsichten: „Gegen einen Baubeschluss spricht auch die Kreditobergrenze, die uns mit hoher Wahrscheinlichkeit das Regierungspräsidium bei der Genehmigung des Doppelhaushalts ins Stammbuch schreiben wird. Diese Kreditobergrenze kann dazu führen, dass nach einem Baubeschluss für das Haus für Film‐ und Medien im Finanzplanungszeitraum andere Investitionsprojekte nicht mehr umgesetzt werden können.“
Sei’s drum, der „Zug ist nicht zu stoppen“. (Hä? Welcher Zug? Gerät hier etwas durcheinander, mit Stuttgart21 oder so? Ist das allen handelnden und Presseerklärung gebenden Leuten bewußt?)
Fest steht, das Projekt wurde von 80 Millionen (2020) auf 115 Millionen teurer, und wird im Jahr knapp 10 Millionen Defizit erzeugen. Naja, vielleicht auch nur 5 Mio, weil „OB Nopper wird dem Gemeinderat empfehlen, einen Baubeschluss zu fassen, mit der Auflage, dass bei den Baukosten alle Einsparmöglichkeiten genutzt werden müssen und dass die prognostizierten Betriebskosten deutlich zu senken sind.“ Das wird bestimmt super klappen!
Übermorgen ist die Abstimmung im Gemeinderat. Mal sehen wie das ausgeht. Achja, die Stadt ist im Besitz eines anderen ziemlich großen Gebäudes, das leer steht. Hat auch nur gut 50 Millionen gekostet. Und das Parkhaus ist auch schon fertig:
Das Loch, ja das Loch… in der Königsstrasse war es der Stadt auch egal, das Benko-Loch. Hier könnte… vielleicht ein Schwimmbad entstehen. Als Ausgleich für eines der Bäder, die bald schließen müssen.
Man kann nicht sagen, dass es in dieser Stadt nicht spannend sei. Achja, bald sind auch Landtagswahlen.
Im Hintergrund übrigens die nächste Baustelle. Wie geschrieben, es bleibt spannend.
„Gönn Dir doch mal was!“ – „Kann ich nicht.“ Tja, Pech gehabt. Kann man aber lernen. Gönnkurse wären eine Geschäftsidee für leistungsorientierte Boomer und Gen X Menschen. Aus Y, Z oder gar α wird man wohl weniger Zulauf haben.
Sind das nicht alle Frauen? Qua natura? Sie haben Macht über das Leben. Sie haben Macht über die Kinder. Sie haben Macht in der Beziehung. „Happy wife – happy life!“ sagt der Angelsachse.
Männer hingegen – müssen sich die Macht erwerben, kämpfen, fies sein, Leistung bringen. Schon um dem Vater zu gefallen. Frauen, Mütter lieben bedingungslos. Die Macht der Liebe, Liebe ist Macht, ist mächtig. Der Mann aus Galiläa hat das auch gleich gecheckt.
Daher ist ja auch Genderwissenschaft richtig. Wenn man es richtig macht. Und nicht um Macht auszuüben.
Passt das zum ‚Dry January‘ ? // Gott sei dank gibt es die Christdemokraten, sonst geriete man auch trinktechnisch im Neuen Jahr gewaltig aus dem Takt !
Die Älteren erinnern sich: Joschka Fischer auf der Münchner Sicherheitskonferenz 2003, Rumsfeld hatte schon über ‚Old Europe‘ gelästert, Schröder rückte ab von den USA, und schließlich musste die CIA mit hohem Aufwand Informaten finden, welche die gewünschte Geschichte erzählen.
Heute legt man einfach los, zack. UNO-Mandat? Sicherheitsrat? Alles zu anstrengend. Es müssen aussenpolitische „Erfolge“ her damit genügend Wähler bei den Midterms den Helden Trump doch wieder auszeichnen.
Screenshot aus ‚Truth Social‘, 3.1.2025
Natürlich geht es um’s Öl, wie damals im Irak. Natürlich sind Opfer zu bringen, bestensfalls bei den Anderen, aber auch unter eigenen Soldaten wäre es dem „HUNTER“ egal.
Wobei… eigentlich brauchen die USA doch gar kein Öl mehr! Auf ‚Truth Social‘ wird mächtig Werbung gemacht für das Joint Venture der Mutterfirma dieser Online-Dreckschleuder mit einem Fusionsreaktor-Entwickler. Der sei quasi fertig. Investieren Sie! Kaufen Sie! Seien Sie dabei.
Heiligabend 2025. Das ARD hat angekündigt: Christmette aus der Kirche St. Maria in Stuttgart. Immerhin die „Mamakirche“, jene des katholischen ’significant other‘ in der ökumenischen Ehe des Autors. An Heiligabend selbst erst mal beschäftigt: Geschenke würdigen, Kartoffelsalat verdauen, Kerzen am Baum beim Runterbrennen zusehen. Erster Weihnachtstag, auch viel zu tun, Kochen, Weihnachtsessen, Spaziergang, Kaffee und Weihnachtsbrötle. Am Abend finden wir uns vor dem TV ein, der Gottesdienst wurde aufgezeichnet, ist auch in der Mediathek ganz leicht zu finden, immerhin nur zwei ‚thumbnails‘ von der „Heiligen Nacht in Rom mit Papst Leo“ entfernt.
Es geht los mit dem wunderbaren CIS-Chor, man sieht den katholischen Fernseh-Pfarrer des SWR, Thomas Steiger, und die Pastoralreferentin Katharina Leser. St. Maria in Stuttgart-Süd, Außen, Pfadis, Friedenslicht aus Bethlehem, wunderbar. Einzug in die Kirche, alles sehr getragen. Beide gehen nach vorn, etwas kommt im Vordergrund ins Bild:
Die Berichterstattung in Vorfeld (war es dem SWR, der katholischen Kirche schon etwas blümerant geworden?) hatte einen schon mal vorgewarnt, ein echter Mensch, in Reispapier gewickelt, werde in der „Krippe“ liegen.
Von einer Krippe wenig zu sehen, eher ein Strohhaufen. Und was da liegt verschlug einem die Sprache, ließ einen aber auch nicht wegschauen, wie bei einem schlimmen Unfall.
Abscheu, Ekel, aber auch Mitleid und Fassungslosigkeit kommen im Beobachter auf. Die Worte des Pfarrers, nicht besonders hilfreich: „Der Mensch hier ist eingehüllt, weil wir seine Würde und Intimität bewahren wollen“. Der Gottesdienst geht weiter, wieder der Chor, die Orgel, alles feierlich und schön. Aber immer wieder diese „Krippe“.
Eine Recherche drängt sich auf. „Das Werk einer jungen Künstlerin, das sie eigens für diesen Gottesdienst geschaffen hat“ sei das. Wer ist das? Die Vorberichte nennen den Namen Milena Lorek. Heute ist alles was „jung“ ist, auf Instagram, also dort nachgesehen.
Die Künstlerin trägt dort also den Namen „millen1um_“, und verweist auf die „Großartige Performance“ von Eleni Sismanidou. Nur ein Klick weiter ist zu ihr Folgendes zu finden:
Man fand sich also zur Promotion bei Dr. Müller ein, warum nicht. Oder bietet sich an für „sass in your advertising“:
Weitere mehr oder weniger künstlerische Fotos finden sich auf dem Instagram-Account des Models. Das mag auch hier nur ein Seitenzweig sein, wer im Reispapier lag ist eigentlich unwichtig.
Interessant ist aber die Verbindung der Künstlerin mit der Institution „Kirche im SWR“:
Wie praktisch! Die Künstlerin ist im „Social-Media-Team“ und in der „Online-Redaktion“! Da mußte man gar nicht lange suchen in der Stuttgarter Kunstszene, warum sollte auch jemand anderes eine Chance bekommen.
Ein „Reel“ ist auch noch zu finden, dort ist Patricia Paryz zu sehen, deren „Assistenz, seelischer Beistand und Fotografie“ erwähnt wurden. Solche Links sind ja wichtig, es geht um Sichtbarkeit und Verknüpfungen. Inhalt mag eher Nebensache zu sein, oder im Auge des Betrachters zu liegen. So was zum Beispiel, aus dem erwähnten „Reel“:
Die Fotografin Paryz nimmt eine betende Geste ein, im Stroh vor ihr liegt eine Wärmflasche, im Hintergrund die Orgel von St. Maria. Hier stellen sich selbst beim evangelischen Betrachter erneut Gefühle von Abscheu, Verwunderung und Traurigkeit ein. Welch eine Respektlosigkeit. Ein ‚Making-Of‘ Foto mit dem Inhalt des Lächerlich-Machens von Gebet und Sohn Gottes. Wes Geistes Kind die handelnden Menschen sind wird spätestens hier klar.
Kleine inhaltliche Komponente noch, die auffiel: Ein Zitat von Pfarrer Steiger:
„Ich denke darauf wollte Lukas aufmerksam machen, als er die Idee hatte, Gott als Kind auf die Welt kommen zu lassen. Kinder sind ehrlich und frei, aber auch leicht zu verletzen…“
Komisch, irgendwie dachte man immer, das sei Gott selber gewesen, der diese Idee hatte. Aber der TV-Kirchenmann wird es schon besser wissen. Oder es in einem Anfall von Realismus zur Geschichte der Evanglisten genau so sagen wollen.
Was bleibt? Etwas Aufruhr in den Sozialen Medien, ein Bericht der „Bild-Zeitung“ mit dem griffigen „Schleim-Jesus“, leider auch viel Gemecker aus der rechten Ecke. War es das wert? Muß das so sein? Ist nicht ein Gottesdienst, gerade mit so wunderbarer Musik, und der ewigen Weihnachtsbotschaft ein ausreichender Wert an sich? Immerhin: Man erfährt etwas über die Netzwerke, die Entscheidungsstrukturen, den Stil der TV-Kirchenangebote. Und man diskutiert, vielleicht, über Ästhetik und Theologie. Doch sicher hat man auch viele abgestoßen, verstört, befremdet. Schade.
Der Irrweg der SUVs ist mittlerweile ‚common sense‘ geworden, manche brauchen etwas länger, oder müssen qua job so ein Auto fahren. (Hinten parkte eben die Geschichte hin, die aber mittlerweile stückzahlmässig gegen die SUVs verliert) Bis diese Autos verschwinden wird es aber noch dauern. „Der Weltmarkt! Die Kunden wollen es so!“ (Und die Produktionsanlagen sind noch nicht abgeschrieben)
Habe den ziemlich guten Wendelin Wiedeking noch im Ohr, wie er ein neues Modell ankündigt, ein „Sportliches Mehrzweckfahrzeug“. Zweck? Bei Porsche? Wie auch immer, heraus kam der Cayenne, der damals auch schon scheisse aussah, aber man hatte verstanden: Ohne die Kärren stirbt Porsche, und das wollten wir alle nicht, und Amis wollen solche Autos. Stimmrecht hatten wir eh keins, Vorzugsaktien eben, ausserdem hatten alle Hunger. Die Pausenwürstchen standen schon bereit. (Aus Solidarität hatte ich einige Jahre zuvor mal 10 Porsche-Aktien gekauft, hat ganz gut geklappt, schliesslich konnte ich die verkaufen und meiner Frau eine gebrauchte Uhr schenken.)
So nahm das Elend seinen Lauf. Ein Werk in Leipzig, die Zahlen steigen, aber auch der eigene Porsche. (Ein flacher natürlich, frei atmend, mit Klappdach, hach, der wird gehütet!) Elend? Achso, um mich ru m, wie heute morgen dieses Exemplar hier.
Kompliziert in einem gewagten Manöver hier abgestellt, immerhin hört sich die Karre noch nach was an, V8, solid. Der Besitzer windet sich aus dem Fahrersitz, er hatte ein Touchfeld berührt, die Feststellbremse zieht mit einem jaulenden Geräusch an. Er geht nach gegenüber, dort schmeckt ihm offenbar der Kaffee besser. Kennzeichen ES, Deutschlands reichster Landkreis. Verwirrend der Kennzeichenträger „Porsche Zentrum München Süd“. Vielleicht doch privat bezahlt? Ach was, Dienstwagenprivileg (nein, das ist KEIN linksgrünes framing), wahrscheinlich hatten die hiesigen Verteilstellen Lieferschwierigkeiten.
Zum Eigentlichen: Wie diese Autos Speckröllchen tragen! Oft wie ihre Besitzer, das eint Fahrer und Wagen. Wie das aber gestalterisch die Höhe des Autos versteckt, ein netter Nebeneffekt, und so schweben diese genialen Gefährte dann geradezu gezellenhaft über den Asphalt, auf Luftfedern, säuselnd im grossen Gang. Es säuselt auch die Sitzlüftung, die ihrerseits die Speckröllchen des Fahrers trocken hält, vielleicht säuselt auch die Beifahrerin, was auch immer, alles säuselt. Und die 165 Kilogramm Transportmasse, er 110, sie 55, sie wirkt im Volumen klein, in der Anmutung zierlich, geradezu zerbrechlich, daher auch der Panzerwagen, und genau deswegen sind sie genau so diese Autos.
Halb verhundert schlurfte ich durch den Breuninger, und fand endlich
die bärensichere Kühlbox. Endlich konnten die Viecher meinem Essen nichts mehr anhaben! Auch von allen Reisen ins Stuttgarter Umland kehrte ich bisher immer voller Kohldampf zurück. Weiter hatte ich mich nie getraut. Nun kann ich mich endlich auch mal bis Reutlingen oder gar Heilbronn wagen!
Letzter Tag im Urlaub, letzter Gang zur „Dünen-Promenade“, mit der ich meinen Frieden gemacht habe, gibt es doch hier schicke Bänke, wo man auf die nächtliche See, auf und in den Himmel schauen kann. Alles zu hell, zuviel – aber gut, immerhin sitzen. Das selbstleuchtende digitale Endgerät bräuchte kein zusätzliches Licht.
Ganz anders der Leser in einer fiktiven, verflossenen Lesehalle! Am Abend fände er sich ein, hätte gegessen und getrunken, ungestillt aber der Hunger nach Informationen, aktuell und historisch, echt und fiktiv. Er streifte durch die Regale, hätte die Wahl: Das ‚Gute Buch‘, die aktuelle Zeitung, von hier, von woanders, etwa aus dem Ausland.
Stattdessen: Ein Zaun! Alles zu. Leer die Leesehalle. Wo sind die „Nutzungskonzepte“? Wo der Investor? Für Wärme ist gesorgt, auch für’s Sanitäre – „erstklassig“ die Lage!
Drei halbe Millionen, das kann doch kein Problem sein! Die Leute lesen machen, einfach so, ohne Konsumzwang, im Ruhe. Handies wären abzugeben, am Eingang, in einem Körbchen wie die Waffen der Piraten in der Pinte von Grevesmühlen. Einfach lesen. Die Synapsen schulen, altbewährt, ohne Multitasking.
Rund um die Uhr offen! Wer so früh zu Abend isst wie hier wird doch wohl auch mal zu nächtlicher Stunde wach! Oder will des Morgens aus dem Bett – in die Lesehalle! Kaffee könnte gereicht werden, zur Lektüre. Oder Tee. Danach wohlinformiert zurück, an den Ferienhaus-Frühstückstisch! „Was meint Ihr, was ich las!“