Wenn das so weitergeht werden hier noch mehr den Mindestlohn (französisch ’smic‘) erhalten, denn dann ist einfach die Kohle alle. Aber worum geht es? In Stuttgart soll ein ‚Haus für Film und Medien‘ gebaut werden, das Projekt läuft schon lange, es gab mal ein Kommunales Kino, ein Filmhaus, das musste weg, dann sollte die „Kulturmeile“ verlängert werden und nun ging es vor einiger Zeit los!
Ein anderes Kaufhaus hatte beschlossen, das gleichnamige Parkhaus in einen ‚Mobility Hub‘ zu verwandeln. Sprich: Abreißen, neu bauen. Flächen für irgendwas anderes ausser Autos gibt es dort dann wohl auch, jedenfalls werden die auch schon beworben. Und daneben: Endlich Platz für dieses ‚SMIC“, das ‚Stuttgart Moving Image Center‘. Ein großes Loch wurde gegraben, und ein schickes Schild aufgestellt.

Nun gibt es aber ein Problem: Die Stadt, in der dieses SMIC gebaut werden soll, hat leider ganz überaschend kein Geld mehr. Die Gewerbesteuereinnahmen – weggebrochen! Der Handel – setzt zuwenig um! Das Weihnachstgeschäft – mäßig. Weil das alles offenbar nicht zu erwarten war muss nun alles schnell gehen: Der Oberbürgermeister gibt ein Interview, in dem er sagt, dass er das SMIC eigentlich nicht mehr bauen will, aber muß. Der Finanzbürgermeister dito, er sagt es gibt kein Geld mehr dafür, aber das hätte er schon vor zwei Jahren gesagt. Der Gemeinderat? Da wird es spannend! Die „Grünen“ Fraktion gibt eine Presseerklärung raus:
Mit ziemlich drastischem Ende: „Deshalb stehen wir GRÜNE weiterhin klar hinter dem SMIC und setzen uns entschieden für die Realisierung dieses beispielgebenden Projekts ein. Das SMIC ist nicht „aus der Zeit gefallen“ – im Gegenteil: Es ist wichtiger denn je, wenn diese Stadt eine Zukunft haben soll.“
Der OB meint das auch, oder zumindest ähnlich:
Allerdings mit interessanten Einsichten: „Gegen einen Baubeschluss spricht auch die Kreditobergrenze, die uns mit hoher Wahrscheinlichkeit das Regierungspräsidium bei der Genehmigung des Doppelhaushalts ins Stammbuch schreiben wird. Diese Kreditobergrenze kann dazu führen, dass nach einem Baubeschluss für das Haus für Film‐ und Medien im Finanzplanungszeitraum andere Investitionsprojekte nicht mehr umgesetzt werden können.“
Sei’s drum, der „Zug ist nicht zu stoppen“. (Hä? Welcher Zug? Gerät hier etwas durcheinander, mit Stuttgart21 oder so? Ist das allen handelnden und Presseerklärung gebenden Leuten bewußt?)
Fest steht, das Projekt wurde von 80 Millionen (2020) auf 115 Millionen teurer, und wird im Jahr knapp 10 Millionen Defizit erzeugen. Naja, vielleicht auch nur 5 Mio, weil „OB Nopper wird dem Gemeinderat empfehlen, einen Baubeschluss zu fassen, mit der Auflage, dass bei den Baukosten alle Einsparmöglichkeiten genutzt werden müssen und dass die prognostizierten Betriebskosten deutlich zu senken sind.“ Das wird bestimmt super klappen!
Übermorgen ist die Abstimmung im Gemeinderat. Mal sehen wie das ausgeht. Achja, die Stadt ist im Besitz eines anderen ziemlich großen Gebäudes, das leer steht. Hat auch nur gut 50 Millionen gekostet. Und das Parkhaus ist auch schon fertig:

Das Loch, ja das Loch… in der Königsstrasse war es der Stadt auch egal, das Benko-Loch. Hier könnte… vielleicht ein Schwimmbad entstehen. Als Ausgleich für eines der Bäder, die bald schließen müssen.

Man kann nicht sagen, dass es in dieser Stadt nicht spannend sei. Achja, bald sind auch Landtagswahlen.

Im Hintergrund übrigens die nächste Baustelle. Wie geschrieben, es bleibt spannend.