Hoffnung mit Rabatt

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In Aulnay-sous-Bois bei Paris gibt’s einen Supermarkt wo man Hoffnung kriegt. 100% halal, aber auch 100% discount. Also Hoffnung für umme. Eigentlich ein Symbol für das Leben. Oder wie der Franzose sagt: „Tant qu’il y a de la vie, il y a de l’espoir.“. Was wiederum ein article partitif ist. Also wie bei „du beurre“. Von der großen Menge Butter auf der Welt genau soviel wie auf die  ‚tartine‘ paßt. Oder ‚un verre du vin‘.

Donc: Hoffnung – es genug für alle da!

Europäische Begegnung

Diesen europäischen Diskurs gilt es jetzt immer mehr zu führen, ‚en passant‘, oder auch mal ‚en restant‘: Die polnische Mama, 2001 nach Deutschland gekommen, die sich noch an das Kriegsrecht Anfang der Achtziger erinnert („die Läden waren ganz leer, und überall Polizei“), welche dann hier den türkischen Papa kennengelernt hat, der als Kind schon hier in der Grundschule war, das nun die jüngere Tochter besucht, während sich die ältere Tochter mittlerweile durch das Latein am humanistischen Gymnasium kämpft.

Polen, Kriegsrecht, auch und natürlich die „DDR“, eigentlich waren wir, die BRDler, am wenigsten mutig. Dann aber jetzt, umso mehr. Für unser Europa.

Hört Euch den hier an

hör auf den kopf zu rasieren durch die strassen zu marschieren
wir können nicht riskieren uns nochmal zu isolieren
wenn kulturen kollidieren darf man nicht diskriminieren
sondern muss sich informieren um sich umzuorientieren
ist die psyche nicht in ordnung tut man zuviel konsumieren
legal oder illegal man muss sich therapieren
ich will euch nicht schockieren denn da liegt mir nicht viel dran
deshalb werd ich jetzt pausieren und verbleib mit hört euch den hier an

Die Fantastischen Vier / 4 gewinnt / 1992

Getaway and Hideaway

Get away from where? Hide away from whom? Even better in the version of ‚Cultural Hideaway‘, ‚Luxury Getaway‘ or even ‚Luxury Cultural Hideaway‘, as seen near Garmisch-Partenkirchen. (Wait, nearby was another hideaway… something with birds… or wolves… no, that’s somewhere in Poland.)

Quite a lot of folks would be glad to ‚get away‘ or ‚hide away‘, in the middle east, in Africa. And we, we hide from?

‚He comes, he comes!‘

 

 

Recht und Gerechtigkeit

Diese Erzählung hat mich ziemlich beeindruckt. Die Familie bekommt am 1. Advent die Kündigung der Altbauwohnung. Diese soll verkauft werden, zu einem Preis der vor 5 Jahren noch für ein Häusle im Umland gereicht hätte. Heute auch nicht mehr.

Auf meine Frage an die Mutter ob sie denn mit der Kündigung schon zum Anwalt ist meinte sie nur: „ach nein, die letzten anderthalb Jahre wo wir wissen daß wir rausmüssen waren schon schlimm genug“. Eine neue Wohnung ist nicht in Aussicht. Vom Mieterbund-Berater kam die Info: „Jaaa vor 10 Jahren hätte die 92 jährige bettlägerige Oma noch Schutz gehabt, aber heute auch nicht mehr.“ Das ist auch nicht das was man von dort erwartet.

Was ist da los? Die Leute sind gesundheitlich auch nicht auf der Höhe, daher kann die Mama nur Teilzeit arbeiten, finanziell ist es eng, sie haben einen 11 jährigen Sohn. ‚Kauf bricht Miete nicht‘ – das gilt noch immer. Ich bin der Meinung daß ein guter Anwalt ihnen sicher einige Zeit noch helfen kann, Zeit die gebraucht wird eine Wohnung zu finden.

Hoffentlich kommen sie zum Mut, sich ihr Recht zu nehmen. Wir sind ein Land in dem man sich die Rechte nehmen muß. Es dient uns damit, aber es dient uns diese nicht ständig an.

Ansonsten gehen wieder Menschen weg die ein Viertel wohnenswert machen, die man auch mal tagsüber auf der Straße trifft, die kommunizieren, und nicht nur morgens schnell einen ‚coffee to go‘ holen und dann im System verschwinden. Wenn unsere Stadtviertel diese Menschen verlieren, wenn nur noch die Reichen sich das ‚Schöner Wohnen‘ leisten können, dann geht etwas verloren was dieses Land noch ist.

Schlüsselworte

weihstress

Komisch. Weihnachten, das ist doch das mit Baum, Kerzen, irgendwie auch weniger lichtdurchflutet, und war da nicht auch was mit so nem Baby?!

Mal davon abgesehen daß die Haltung der jungen Frau ihr sicherlich am nächsten Tag gewaltige Nackenschmerzen bereiten wird: Es ist unerträglich daß „Weihnachten“ schon automatisch mit „Streß“ gleichgesetzt wird und selbst wenn es so ist, daß dann online Einkaufen da Abhilfe schaffen soll. Noch unerträglicher daß Weihnachten automatisch Geschenke bedeutet die man kaufen kann. (Und wieder „kostenlos“ zurücksenden, übrigens beileibe nicht ohne CO2-footprint)

Glück kann man nicht kaufen. Es ist eine Gnade. Wie auch das Geschenk, das Jesus Christus für uns bedeutet. Daran zu erinnern, diese Freude hervorzuholen, klar, da sind Geschenke, groß und klein, gekauft und gemacht, von Herzen oder auch nur aus Pflicht, genau richtig. Aber diese Gleichsetzung ist in der ihr innewohnenden Festlegung eine Zumutung.

 

Stuttgart Wohnungsmarkt

Warum braucht hier ein Bauamt 6 Monate und in Pforzheim 3 Wochen? Warum hat die Grüne Stadtregierung kein Interesse daß bezahlbarer Wohnraum entsteht? Warum werden Gesetze (EnEV usw usf) erlassen die zwar gewissen Lobbys helfen (Dämmstoffe, HLK Branche, Großindustrielle Anbieter) aber als Nebenwirkung genau dies verhindern: Daß bezahlbarer Wohnraum entsteht? Achja, und warum weist die Stadt Stuttgart keine neuen Flächen zum Bauen aus? Achso, klar: Umwelt. Käfer. Luft.

Aber Hauptsache die Stadt zum Schmuckkästchen machen für die „Schaffer“ von Daimler-Bosch-Porsche-usw. Die Anderen können ja, ich kenne das aus Paris, immer reinfahren mit der S-Bahn um dann hier die Dienstleistungen zu erbringen. Und dann aber auch schnell wieder weg. Bloß nicht sich niederlassen. Schon gar nicht auf der unteren Königsstraße. Aber das Thema hatten wir ja schon.