Solange der AMG-GLE vorgewärmt (hier war es so leise, eine Standheizung hört man meilenweit) vor dem Haus steht und dann die wiederverwendbaren Faser-Plaste-Tüten, nach dem Ausschütteln, in den sich wie von Geisterhand öffnenden Kofferraum gelegt werden und der Wagen sich unter eindrucksvollem Gebrabbel, in Richtung Ortsmitte bewegt, wiewohl nicht von Geisterhand, sondern von Hand eines Stirnglatze tragenden Chinohosen- und Steppjackenmannes, so lange also das alles läuft ist Stuttgart nicht verloren.
Autor: jpu
Der gefasste Blick
Irgendwo
zwischen Sonnenkönig und ville lumière
findet sich immer wieder Hoffnung
auf Licht
Baukunst
An der Himmelspforte wird Petrus, der bekanntlich ein großer Freund der Baukunst war (Kirchen etc), kurz die Braue heben aber dann sagen „OK. Darfst rein. Das mit der Sonne war nett. Gemeint.“

Dauerlebenssendung
Neulich in ‚Le Monde‘: „Réseaux sociaux, sucre… L’Occident Sous dopamine“, aber auch in Brand Eins, in der FAZ – daß also immer mehr erkannt wird warum eigentlich viele Leute ständig von dem in verschiedenen Formen online erzählen was sie gerade machen. Sie veranstalten also eine Dauerlebenssendung. Ich wollte mir den Titel schon schützen lassen, oder eine Webseite anlegen. Aber das wäre ja schon wieder so ein Reflex. Darum geht es, einem Reflex gleich zum digitalen Endgerät zu greifen und mitzuteilen was man gerade macht, erlebt hat, seltener: denkt, sehr häufig: ißt. Letzteres läßt sich auch bildlich einfach besser mitteilen.
Die Essenz dieser Berichte ist, daß die Firmen, welche solche Sendeplattformen zur Verfügung stellen, diese Plattformen so gestalten daß bei der Nutzung sich immer kleine Freuden einstellen, ein kleines bisschen Dopamin ausgeschüttet wird. Das sei durch die Wahrnehmung von „gefällt mir“ Angaben der Fall, aber auch durch Hinweise wie „Deine Freunde (sic!) haben schon lange nichts mehr von Dir gehört…“. Und so teilt man eben mit, man sendet, man gerät in einen Dauersendemodus. Mich eingeschlossen.
(Dieser Blog ist natürlich üüüberhaupt nichts in diese Richtung. Neinnein, hier ist alles wohl überlegt, gereift, abgewogen und -gelagert. Gern kann man meine Gedankenkeller besichtigen wo das hier Wiedergegebene mindestes 6 Monate bei optimalen Reifebedingungen vor sich hin gärt. Hier und da kann man auch ein Schlückchen unausgegorender Gedanken nehmen, aber das dann wiederum auf eigene Gefahr.)
Das alles dient natürlich nicht dazu den Leuten Freude zu machen sondern Geld einzusammeln. Viel Geld. ‚facebook‘, so hörte ich, machte 16 Milliarden Dollar Gewinn. Aber auch ‚Google‘ profitiert vom Drang nach schneller Information und von der Trägheit, nachzudenken. Das Wichtigste ist: Wissen was der Kunde wünscht. Mögen wir mündigen Künder doch einfach mal verstummen. Wie damals, als mein Vater meinte, wenn die Leute einfach mal 2 Wochen nichts kaufen würden, einfach mal von Vorräten leben, Wasser aus dem Wasserhahn trinken, hier und da ein Gläschen Most (ausgegorenen natürlich), dazu Kartoffeln aus dem Keller und Dosenwurst, es bräche das ganze System zusammen. Das kann keiner wollen. Aber das andere, dieses Senden, vielleicht fangen wir mal an ab und zu was zu ‚posten‘ was wir voll doof finden. Was total langweilig ist. Das wäre dann echt spannend.
Der „eigene Anspruch“ und die Frau von heute
Das neue Magazin – „emotion“, kleingeschrieben, Heike Makatsch auf dem Titel, guckt auch ganz emotional.
Das neue Magazin also bringt zu Familie und Beruf (warum müssen Frauen eigentlich das beides haben? Brauchen die doch nicht. Sind sich selbst genug, sind ja keine Männer.) noch den „eigenen Anspruch“ mit in die Waagschale. Die armen Frauen. Hoffentlich ist er, je nach den Proportionen der anderen Elemente, nicht zu groß. Aber das wird schon im Heft stehen. Beziehungsweise im mobilen Download. Denn so ein Heft ist auch gar zu unhandlich wenn man gleichzeitig im Wok, im Outlook und im Anspruch rühren muß.
Bestimmt auch wie frau das alles unter einen Hut bringt. (Aber auch das tragen Frauen ja leider nur noch selten.)
Mutti
Ach das mit Merkel. Andere Länder wären froh so jemandes zu haben. In diesen Zeiten von… ja, von wem eigentlich regiert werden als Kanzlerin? Die Deutschen sind immer dann doof wenn es ihnen saugut geht.
Neulich war ich in Siegen. Vor 10 Jahren stimmte der Spruch noch, „Was ist schlimmer als Verlieren?…“. Heute kann man da hinziehen. Vor allem, die machen da Sachen die man braucht. Mülltonnen. Regale. Behälter. Edelstahl. Und natürlich Wärmeübertrager.
Achso, Merkel. Jetzt lasst die Frau ihr Rentenalter erreichen im Amt und gann viel Spaß mit Kanzler Özdemir.
Google mischt sich ein
Beilage zu „DER SPIEGEL“ Nr. 49 vom 2.12.2017. Ja, ich lese ihn noch, auf Papier, und viel lieber als zuvor. Vor allem seit „SPIEGEL ONLINE“ irgendwie nervig geworden ist. ‚I confess‘. Ich tue das.
Aber dies hier hat mich tief getroffen. Beilage „Aufbruch Ehrenamt“.

Da dachte ich zuerst, ah so ein Dings vom Amt, oder vom Bund, oder was soziales. Aber irgendwas war anders. Zu glatt. „4 Mio Euro“. Soviel haben die sonst nicht, oder schreiben es jedenfalls nicht so hin.
Aha: Der gute alte Google ist’s! Die freundliche Suchmaschine, die einen immer so unschuldig-bunt anschaut. Man findet was man sucht und was Google will. Aber das weiß man ja. Was fangen die schon damit an, daß ich den Namen der Pizzeria im Nachbarort nicht parat habe. Oder wo grad der Zug ist. Oder wie die Telefonnummer der Arztes ist den ich gern aufsuchen… egal. Paßt schon. War schon immer da. Klar, werbefinanziert, aber man kann ja auswählen. Anscheinend.
War da nicht eine Info daß die in Deutschland wesentlich mehr machen wollen? Wo war das noch? Auch egal: Hier ist schon mal die neue Aktivität. Junge Optik, flotte Sprache – und vor allem: Sozial und engagiert. Ehrenamt. Geht immer. Fragte doch neulich die junge Mitarbeiterin ob ich nicht eine Idee hätte was sie tun könne. Ist also ‚en vogue‘. Mal reinblättern.

Oh ja! Schicke Mädels, die sich dekorativ durch’s Haar streichen. Guck ich an. Sehen die alle schick aus! (Zieht sich übrigens durch das ganze Heft, diese ‚easy on the eye‘-Optik). Google gab Geld. 250 TEUR. Warum nicht.

Aha, die Frau Breidenbach mit ihrem Internet-Dings. Hat man irgendwie schonmal gehört. Aber, „größte Spendenplattform“? Dachte das wäre „Deutschland hilft“, die immer bei Sanifair am Pissoir… egal. Frau Breidenbach sagt Sachen wie „Ich habe zur Depression veranlagte Freunde (1), die im Lauf der Flüchtlingskrise (2) regelrecht erwacht sind und zu ihrem eigenen Erstaunen (3) gesehen haben daß es anderen viel schlechter geht als ihnen.“ Das ist interessant, denn (1) offenbar ist Frau B. da entsprechend geschult um das zu erkennen und (2) was war das nochmal wobei (3) : Dann kann die Depression nicht so schlimm gewesen sein. Wie auch immer: Erstaunliche Worthülsen.
Schlußendlich den Ausschlag zu diesem Beitrag gab dieser „Artikel“ hier:
Dieser Herr mit der ambitionierten Frisur und dem -nomen est omen- Namen Frederik Pferdt (hoffentlich kein trojanisches, ja, okeee Joe Bauer, keine Witze über Namen, aber den muß man machen), dieser Herr also, er schaut ja auch ganz zuversichtlich drein, aber warum hat er ein so komisches Hemd an, das erstaunlicherweise die Blutzufuhr zum Gehirn nicht so behindert daß die Gesichtsfarbe leidet, dieser Herr schließlich, er ist…
„Chief Innovation Evangelist“ bei Google.
Ja geht’s noch?! Dachte immer das sind die 4 aus dem Neuen Testament und gut ist! Immerhin ist er „gelernter Wirtschaftspädagoge“ und schon 40 Jahre alt. „Stanford“. Klingt gut. Gibt ihn auch da, hab nachgesehen. Aber das ist schon sehr anstrengend, das mit dem „Evangelist“.
Weiter im Text. Der Leser trifft auf Jaquelline Fuller. (Warum zwei „l“? OK, ist gut jetzt mit den Namen…)

Sie hat auf dem Foto ein sehr breites Lächeln und schöne Haare, und leitet das Sozialdings von Google. Im „Interview“ sagt sie: „Wir kommen mit der Google Impact Challenge nur dann in ein Land zurück wenn wir großes Potenzial sehen – und das ist in Deutschland der Fall.“ Das klingt wie eine Drohung. „Impact Challenge“, eine Herausforderung durch einen Einschlag.
„OK, Google“
Bleibt mit eurem Scheiß-Geld einfach da wo es am wenigsten Schaden anrichtet – in den USA, da ist eh schon alles den Bach runter, scheint es. Laßt uns hier in Ruhe, und vor allem: Tut nicht so sozial, Ihr seid ein Wirtschaftsunternehmen und an nix anderem als am Geldverdienen interessiert! Wir brauchen Euren Kram nicht und schaffen dennoch Gutes zu tun! Hängt Euch nicht an etwas dran wo Ihr garnix mit zu schaffen habt. Verkauft Anzeigen und ‚ad words‘, schaut daß Eure Webseite tut und gut ist.
Ich such‘ künftig mit Baidu. Da weiß man was man hat. Eure Diktatur des Kapitals kotzt mich an.
christmas off fence II
Gewaltmonopol
Mit solchen Fernhalte-Stecken suchen sich Ordnungskräfte der Volksrepublik China Angreifern zu erwehren. Diese stehen überall herum. Wohl auch zur Beruhigung des Volkes. Wie auch generell viele Maßnahmen hier doch dazu dienen sollen, jegliche Beunruhigung zu vermeiden. Also kein facebook, Youtube und sowas. Ist es China vorzuwerfen?
Wie auch immer: Man rechnet also nicht mit Schusswaffen, sondern maximal Messern oder (siehe die Schilde) Knüppel, Steinen oder sonstigen Wurfgeschossen.
Somit bleibt das Gewaltmonopol beim Staat, grad mal verglichen mit anderem Staaten die hier die Bürger mit einbeziehen.
Okee, neulich wollten in Ningbo Leute Sprengstoff entsorgen, den sie offenbar selbst hergestellt hatten. Das ging schief. Aber immerhin bleibt an der Schanghaier Messe alles ruhig und die größte Gefahr geht von illegalen Katalogverkäufern aus. Oder von dem Toiletten.
Sprechsieb
Wunderbar. Suche eigentlich nur eine Briefkastenanlage. Weil ich fest an das geschriebene und auch gedruckte Wort glaube. Und an Zeitungen in Papierform. Wenn dann die ankommende Kommunikation durch ein „Sprechsieb“ gelaufen ist – kann nix mehr schiefgehen.
Wäre doch mal eine interessante App, läßt nur relevantes durch. Oder als eine Art Hörgerät. Für gestresste Ehemänner und -frauen.
Wohlan: Was gibt 7×7? Sinn!


